Erste Schritte
Was Termnox ist und was beim ersten Start passiert.
Termnox ist ein Local-First-Terminal und SSH-Client für den Desktop. Es gibt kein Konto und keine Termnox-Cloud: Alles, was du speicherst – Hosts, Zugangsdaten, Snippets, Notizen, Verlauf und Einstellungen –, liegt in einer einzigen verschlüsselten KDBX-Tresordatei, die dir gehört.
Erster Start
- Starte Termnox. Der Willkommensbildschirm bietet Open a vault (Tresor öffnen) und Create a new vault (neuen Tresor anlegen).
- Wähle Create a new vault, bestimme den Speicherort und lege ein starkes Master-Passwort fest. Eine Schlüsseldatei ist optional.
- Der Tresor wird entsperrt und du landest auf der Host-Übersicht. Drücke ⌘ T für ein lokales Terminal oder lege deinen ersten Host an.
Bereits geöffnete Tresore erscheinen unter Recent vaults – beim nächsten Mal genügen ein Klick und dein Passwort.
Der Tresor
Wie deine Daten gespeichert, gesperrt und synchronisiert werden.
Der Tresor ist eine standardmäßige KDBX4-Datei, geschützt mit Argon2 und deinem Master-Passwort (optional kombiniert mit einer Schlüsseldatei). Da sie KeePass-kompatibel ist, kannst du sie auch in KeePassXC oder anderen KeePass-Apps öffnen; Termnox legt seine Daten in der Gruppe Termnox ab.
Sperren
- Manuell sperren mit ⌘ ⇧ L oder per Klick auf das Schloss in der Statusleiste.
- Automatische Sperre nach Inaktivität (standardmäßig 15 Minuten, einstellbar unter Settings → Security; 0 schaltet sie ab).
- Sperre beim Aufwachen aus dem Ruhezustand (standardmäßig aktiv).
- Offene Änderungen werden vor dem Sperren, Schließen des Fensters oder Beenden gespeichert.
Synchronisierung zwischen Computern
Termnox hat keinen eigenen Sync-Dienst. Lege die Tresordatei in einen Ordner, den du ohnehin synchronisierst – iCloud Drive, OneDrive, Dropbox, Nextcloud, ein NAS oder einen USB-Stick. Termnox erkennt Änderungen auf der Festplatte und lädt die Datei vor jedem Schreiben neu, damit Änderungen von einem anderen Gerät oder aus KeePassXC nie überschrieben werden.
Erstellt dein Sync-Dienst eine Konfliktkopie, zeigt Termnox einen Hinweis. Wähle Merge into vault, um beide Versionen zusammenzuführen (eventuell mit dem Master-Passwort der Kopie), oder Ignore.
Hosts und Verbindungen
Server hinzufügen, Authentifizierung wählen und bestehende Konfiguration importieren.
Öffne das Panel Hosts in der linken Aktivitätsleiste und klicke auf New host. Jeder Host hat eine Bezeichnung, ein Protokoll, eine Adresse, einen Benutzer und einen Port sowie optional eine Gruppe und eine Farbmarkierung für die Liste und die Host-Übersicht (⌘ ⇧ H).
Protokolle
- SSH – Standard, mit allen unten beschriebenen Funktionen.
- Mosh – mobile, latenztolerante Sitzungen über SSH. Erfordert installierten
mosh-client. - Telnet – für ältere Geräte.
- Serielle Schnittstelle – Gerät und Baudrate für Konsolenkabel wählen.
Authentifizierung
- Agent – Schlüssel aus deinem SSH-Agent verwenden (auch unter Windows).
- Password – verschlüsselt im Tresor gespeichert.
- Private key (stored in vault) – Schlüssel einfügen oder neu erzeugen.
- Key file (path on disk) – zum Beispiel
~/.ssh/id_ed25519, optional mit Passphrase.
Schlüssel erzeugen und installieren
- Wähle im Host-Dialog Private key (stored in vault).
- Erzeuge einen Ed25519- (empfohlen), ECDSA P-256- oder RSA 4096-Schlüssel.
- Installiere den öffentlichen Schlüssel mit der Installationsaktion in die
authorized_keysdes Servers. Danach meldet sich der Host ohne Passwort an.
~/.ssh/config importieren
Klicke im Hosts-Panel auf Import from ~/.ssh/config (oder wähle eine andere Datei). Termnox listet jeden Host mit Benutzer, Port, Schlüsseldatei und ProxyJump auf; bereits gespeicherte Hosts sind markiert, und du wählst aus, welche importiert werden.
Host-Key-Prüfung
Bei der ersten Verbindung zeigt Termnox den Fingerabdruck des Servers und fragt, ob du ihm vertraust. Danach gilt nur genau dieser Fingerabdruck; ändert er sich, wird die Verbindung blockiert und du wirst gewarnt.
Unter Advanced kannst du zudem ein eigenes Terminal-Theme pro Host und eine MAC-Adresse für Wake-on-LAN festlegen.
Terminal, Tabs und Bereiche
Mit mehreren Sitzungen gleichzeitig arbeiten.
- ⌘ T öffnet ein lokales Terminal; ein Klick auf einen Host öffnet ihn in einem neuen Tab. ⌘ W schließt den Tab.
- ⌘ D teilt den Bereich nach rechts, ⌘ ⇧ D nach unten. Beim Teilen wird keine Sitzung neu gestartet.
- Jeder Bereich lässt sich als eigener Tab lösen.
- ⌘ ⌥ I schaltet die Eingabe an alle um: Was du tippst, geht an alle Bereiche des Tabs.
- ⌘ F durchsucht die Terminal-Ausgabe; ⌘-Klick öffnet Links.
- Die Autovervollständigung schlägt beim Tippen Befehle aus Verlauf und Snippets vor – übernehmen mit Tab oder →.
Statusleiste und Serverstatus
Die Statusleiste zeigt den aktiven Host, die Latenz und die Sitzungsdauer. Bei SSH-Hosts öffnest du Server status, um CPU-, Arbeitsspeicher- und Festplattenauslastung live zu sehen.
Getrennte SSH-, Telnet- und serielle Sitzungen verbinden sich automatisch neu. Abschalten kannst du das unter Settings → Connections & privacy.
SFTP-Dateien
Entfernte Dateien durchsuchen, übertragen und bearbeiten.
Öffne das Panel SFTP Files und wähle einen Host oder nutze die SFTP-Schaltfläche auf einer Host-Karte. Der Dateibrowser öffnet sich als Tab – lokale Dateien auf der einen, der Server auf der anderen Seite.
- Dateien hoch- und herunterladen; Übertragungen werden mit Fortschritt gestreamt und lassen sich abbrechen.
- Bevor eine vorhandene Datei überschrieben wird, fragt Termnox nach.
- Ordner anlegen, umbenennen, löschen, aktualisieren und eine Ebene nach oben wechseln.
- Quick edit öffnet eine Textdatei direkt; mit ⌘ S speicherst du sie zurück auf den Server.
Port-Weiterleitung und Jump Hosts
Tunnel und Bastion-Hosts.
Füge im Host-Dialog unter Port forwarding Weiterleitungen hinzu. Es gibt drei Arten:
- Local – ein Port auf deinem Computer (z. B.
127.0.0.1:8080) erreicht ein Ziel aus Sicht des Servers. - Remote – ein Port auf dem Server erreicht ein Ziel auf deiner Seite.
- SOCKS – ein dynamischer Proxy (Standardport
1080) für Browser und andere Apps.
Nach dem Verbinden zeigt die Leiste über dem Terminal alle Tunnel. Ein Klick startet oder stoppt sie; ein grüner Punkt bedeutet aktiv, rot bedeutet fehlgeschlagen (Mauszeiger darüber zeigt den Fehler).
Jump Hosts
Wähle einen gespeicherten SSH-Host als Jump Host, um Maschinen zu erreichen, die nur über einen Bastion-Host zugänglich sind. Jump Hosts lassen sich verketten, und auch die Netzwerkwerkzeuge können über sie laufen.
Snippets und Variablen
Wiederverwendbare Befehle mit Platzhaltern.
Snippets sind gespeicherte Befehle in deinem Tresor. Ein Snippet kann mehrere Schritte enthalten, die nacheinander im aktiven Terminal laufen. Bearbeite sie im Panel Snippets und speichere mit ⌘ S.
Variablen
{{name}}– Termnox fragt vor dem Ausführen nach einem Wert.{{name:standard}}– die Abfrage ist mit einem Standardwert vorausgefüllt.- Eingebaute Variablen werden automatisch aus dem aktiven Terminal gefüllt:
{{host}},{{user}},{{port}},{{label}},{{date}},{{time}}.
ssh-keygen -R {{host}}
tar czf /backup/{{label}}-{{date}}.tgz {{path:/etc}}Verlauf und Aufzeichnungen
Frühere Befehle finden und Sitzungen abspielen.
Befehlsverlauf
Eingegebene Befehle landen in einem verschlüsselten Verlauf im Tresor. Im Panel Command history suchst du nach Befehl oder Host, zeigst nur den aktuellen Host, kopierst einen Befehl, fügst ihn ins Terminal ein oder führst ihn sofort aus (Doppelklick). Einzelne Einträge oder den ganzen Verlauf kannst du löschen; abschalten lässt er sich in den Settings.
Sitzungsaufzeichnungen
- Fahre mit der Maus über ein Terminal und drücke Rec, um diese Sitzung aufzuzeichnen, oder aktiviere in den Einstellungen das Aufzeichnen aller Sitzungen.
- Öffne eine Aufzeichnung im Panel Recordings, um sie im Originaltempo abzuspielen; im Player springst du an jede Stelle und änderst das Tempo.
- Exportiere Aufzeichnungen zum Teilen. Die Dateien nutzen das offene asciicast-Format.
Notizen und Layouts
Kontext festhalten und Arbeitsbereiche wiederherstellen.
Notizen sind sichere, durchsuchbare Notizen im Tresor, gruppiert wie deine Hosts – ideal für Runbooks, IP-Pläne oder Wiederherstellungsschritte.
Layouts speichern deinen aktuellen Arbeitsbereich – alle offenen Tabs samt geteilten Bereichen – unter einem Namen. Öffne ein Layout später, um die ganze Anordnung mit einem Klick zurückzuholen.
Netzwerkwerkzeuge
Diagnose direkt in der App.
Öffne das Panel Network tools. Die meisten Werkzeuge laufen auf deinem Computer oder per SSH im Netzwerk eines gespeicherten Hosts – so siehst du, was der Server sieht.
- Netzwerkscanner – findet Geräte in einem privaten Netz ohne Root-Rechte (TCP-Probes und ARP-Tabelle), zeigt offene Ports, MAC-Hersteller, Hostname und SSH-Banner, zeichnet eine Netzwerkkarte und macht aus Treffern Hosts.
- Ping & Traceroute – Live-Latenzdiagramm, Paketverlust und jeder Hop.
- Port-Prüfung – ist ein Port offen, von hier oder von einem Host aus.
- DNS-Abfrage – jeder Eintragstyp von jedem Resolver, nebeneinander.
- TLS-Zertifikat – Kette, Ablauf, Namen und Vertrauensstatus.
- Wake-on-LAN – sendet ein Magic Packet; Hosts mit MAC-Adresse erhalten eine Aufweck-Schaltfläche.
- IP-Rechner – IPv4/IPv6-Subnetze, Masken, Bereiche und Aufteilen von Netzen.
Weboberflächen von Geräten öffnen
Router, NAS und Drucker haben oft eine Verwaltungsseite, die nur im eigenen Netz erreichbar ist. Wähle auf einer Host-Karte oder bei einem Scan-Ergebnis Open web UI: Termnox öffnet sie im integrierten Browser über einen SSH-Tunnel.
Darstellung und Einstellungen
Themes, Schriften und Verhalten.
Öffne die Settings mit ⌘ , oder über das Zahnrad. Änderungen werden automatisch gespeichert und im Tresor abgelegt, sodass sie mit ihm auf andere Computer wandern.
- Appearance – App-Theme (Dark, Midnight, Nord, Dracula, Light, Solarized oder System), Terminal-Schrift und Schriftgröße.
- Terminal – 31 eingebaute Terminal-Themes, Cursorform und Blinken, Scrollback und Befehlsvorschläge.
- Behavior – Kopieren bei Auswahl und Bestätigung vor dem Schließen von Tabs.
- Connections & privacy – automatische Wiederverbindung, Befehlsverlauf und Aufzeichnung aller Sitzungen.
- Security – Verzögerung der automatischen Sperre und Sperre nach dem Ruhezustand.
Importiere eigene Terminal-Themes aus einer iTerm2-Datei .itermcolors, einem Windows-Terminal-Schema (JSON) oder einem Termnox-Export. Ein Host kann das globale Theme überschreiben – praktisch, damit Produktion anders aussieht.
Tastenkürzel
Die vollständige Liste. Unter Windows und Linux Strg statt ⌘.
| Kürzel | Aktion |
|---|---|
| ⌘ K | Befehlspalette |
| ⌘ ⇧ H | Host-Übersicht |
| ⌘ T | Neues lokales Terminal |
| ⌘ W | Tab schließen |
| ⌘ D | Bereich nach rechts teilen |
| ⌘ ⇧ D | Bereich nach unten teilen |
| ⌘ ⌥ I | Eingabe an alle Bereiche |
| ⌘ F | Im Terminal suchen |
| ⌘ + Klick | Link in der Ausgabe öffnen |
| Tab / → | Befehlsvorschlag übernehmen |
| ⌘ B | Seitenleiste ein-/ausblenden |
| ⌘ , | Einstellungen |
| ⌘ ⇧ L | Tresor sperren |
| ⌘ S | Snippet oder bearbeitete Datei speichern |
Die Befehlspalette (⌘ K) listet außerdem Hosts, Snippets, Werkzeuge und alle Aktionen – die Maus brauchst du selten.
Sicherheitsmodell
Was deine Daten schützt.
- Passwörter und private Schlüssel bleiben im Rust-Kern. Die Oberfläche erhält Hosts nur mit geschwärzten Geheimnissen.
- Strikte Host-Key-Prüfung: Nur der exakt akzeptierte Fingerabdruck gilt als vertrauenswürdig.
- Eine strikte Content Security Policy für das App-Fenster.
- Keine Telemetrie, keine Analyse, kein Konto. Termnox kommuniziert mit keinem eigenen Server.
- Schreibvorgänge sind atomar; schlägt ein Speichern fehl, wird die Änderung zurückgerollt oder als Not saved markiert.